Fußgelenkbandagen zur Behandlung und Prävention

Verletzungen des Fußgelenks gehören zu den häufigsten Verletzungen überhaupt im Sport und in der Freizeit. Jeder kennt das: Bei einem Spaziergang wird eine Unebenheit übersehen und der "Fuß knickt um". Natürlich knickt der Fuß nicht tatsächlich, sondern es handelt sich eher um eine Überdehnung von Bändern, Sehnen und Muskulatur. Andere Verletzungen betreffen direkt das Gelenk, gehen mit Zerrungen oder Rissen, teilweise sogar Brüchen einher. Die Fußgelenkbandage gehört zu den wichtigsten Hilfsmitteln in der Prävention und weiterführenden Behandlung solcher Probleme.

Der Einsatz der Fußgelenkbandage

Eine Fußgelenkbandage soll das Gelenk sichern. Die Auswahl an verschiedenen Modellen ist riesig und eine gute Beratung ist wichtig. So gibt es zum einen die Bandagen, die das Gelenk direkt ruhigstellen und keinerlei Bewegung mehr ermöglichen. Andere stützen das Fußgelenk und schränken kaum in der Bewegung ein. Zur Sofortstabilisierung nach einer akuten Verletzung eignen sich vor allem Schalen-Orthesen. Nach Behandlung und Physiotherapie werden oft Stabilisierungsbandagen eingesetzt, die eine Funktionssicherung des Gelenks ermöglichen sollen. Solch eine Fußgelenkbandage trägt kaum auf und kann sogar im normalen Schuh oder Sportschuh getragen werden.

Die klassischen Tapeverbände werden heute nur für kurze Maßnahmen verwendet, etwa nach einer Verletzung oder für die Dauer eines Wettkampfes. Sie sind unelastisch und wenig komfortabel zu tragen. Eine moderne Fußgelenkbandage ist zur langfristigen Stützung des Gelenks deutlich besser geeignet, weil sie weder an Stabilität verliert noch nachjustiert werden muss. Sie wird einfach angelegt und kann den ganzen Tag über getragen werden.

Das Problem zu fester Verbände

Häufig wird die Meinung vertreten, dass ein Verband am Fußgelenk möglichst fest sein soll, damit das Gelenk keinerlei "Spielraum" mehr bekommt. Doch dies ist grundsätzlich falsch. Sicher, anfangs muss nach einer Verletzung das Gelenk tatsächlich ruhiggestellt werden und jegliche Bewegung kann schädlich sein. Doch auf Dauer bewirkt dies lediglich eine Instabilität und das Gelenk wird kaum noch belastbar.

Ein mühseliges und vor allem langwieriges Training ist die Folge von instabilen Gelenken. Denn durch eine zu lange komplette Schonung werden nicht nur sie geschwächt, sondern auch Sehnen und Bänder ihrer vollen Funktionstüchtigkeit beraubt. Teilweise reagiert das Fußgelenk nach einer gewissen Zeit des Tragens einer zu festen Fußgelenkbandage mit arthritischen Anzeichen, was auf eine Überlastung zurückzuführen ist. Zu feste Verbände sollten daher nicht auf Dauer getragen werden, sondern einzig der Akutbehandlung vorbehalten bleiben.

Einfaches Tapen

Teilweise kann es ausreichend sein, ein Fußgelenk zu tapen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Gelenk lediglich instabil ist und eine leichte Stütze braucht. So wird es vor dem Umknicken geschützt. Auch nach einer leichten Zerrung oder Dehnung kann das Tapen sinnvoll sein. Eine Fußgelenkbandage ist dann nicht in jedem Fall nötig. Auch zur Prävention eignet sich das Tapen. So besteht zum Beispiel nicht nur bei Sportlern, sondern auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für Fußgelenksverletzungen. Bei ihnen sind hormonell bedingt die Bänder etwas lockerer und können dem Gelenk kaum die nötige Stabilität geben. Eine Fußgelenkbandage kann hier zum Einsatz kommen, muss aber nicht immer getragen werden.

Sinnvoller Einsatz der Fußgelenkbandage

In vielen Sportvereinen lässt sich beobachten, dass Bandagen einfach nur schick sind. Sie werden getragen, "weil das doch alle machen". Dies ist natürlich nicht sinnvoll, denn der Körper sollte seiner natürlichen Fähigkeit zur Stabilität nicht künstlich beraubt werden. Lediglich bei Sportlern, die im Rahmen des Leistungssports trainieren oder die eine bekannte Schwäche in den Gelenken haben, sollte die Fußgelenkbandage präventiv getragen werden. Natürlich kann es auch nach einer Verletzung noch längere Zeit sinnvoll sein, die Bandage vor größeren Belastungen anzulegen. Aber in Kombination mit einer ausgefeilten Physiotherapie sollte der Betroffene versuchen, sich wieder von der Gelenkunterstützung zu lösen und sie nur bei Bedarf zu tragen.

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