Gewichthebergürtel / Rückenstütze

Produktempfehlungen für Gewichthebergürtel


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In den Studios sieht man heute wieder mehr Träger des Gewichthebergürtels. Mag sein, dass die Gürtel bei manchen Trägern nicht mehr als modische Accessoires sind; für hart Trainierende ist ein Hebergürtel eine sinnvolle und schützende Unterstützung.

Der Hebergürtel

Verwendet werden die Gürtel im Gewichtheben, im Bodybuilding und innerhalb bestimmter Wurfdisziplinen der Leichtathletik. Darüber hinaus werden sie auch als wirksame Rückenstütze von Powerliftern im Kraftdreikampf aus Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben eingesetzt. Gewichthebergürtel sollen ihren Trägern größere Stabilität im Rumpf geben. Ganz besonders im Bodybuilding und im Powerlifting werden die Gürtel eingesetzt - beispielsweise um als Rückenstütze Verletzungen der Wirbelsäule vorzubeugen. Denn die Gewichthebergürtel entlasten die Rumpfmuskulatur, vermindern die Druckbelastung auf die Wirbelsäule und reduzieren bestimmte Scherkräfte, die durch seitwärts gerichtete Versetzbewegungen hervorgerufen werden. Allerdings sollten die Gürtel systematisch verwendet werden – Sportmediziner raten vom gedankenlosen Einsatz der Hebergürtel sogar ab.


Die Wirkungen

Ein korrekt umgelegter Hebergürtel erhöht beim Heben schwerer Lasten den Druck innerhalb der Bauchhöhle. Dadurch entsteht ein Druckkissen, das von der Bauchwand, dem Zwerchfell, dem Beckenboden sowie von der unteren Wirbelsäule umgeben ist. Der erhöhte Bauchrauminnendruck soll dazu beitragen, die Wirbelsäule zu stabilisieren. Gleichzeitig soll die Kompressionskraft auf die Bandscheiben und die Wirbel minimiert werden.
Einige Sportmediziner weisen dem Nutzen eines erhöhten Bauchrauminnendrucks zur Stabilisierung der Wirbelsäule eine relativ geringe Bedeutung zu. Vielmehr ist die ausgeprägte Stärke den Rücken- und Bauchmuskeln zur Stabilisierung wesentlich wichtiger, weshalb diese Muskelgruppen auch beständig und intensiv durchtrainiert werden müssen. Denn aus der Kooperation mit verschiedenen Spannmuskeln der thorakolumbalen Faszie – Beispiele sind hier der Latissimus dorsi und Gluteus maximus – resultiert eine komplexe „Umpackung“ der Wirbelsäule. Eine starke Rücken- und Bauchmuskulatur sorgt für ausgeprägte Stabilität schräg angreifenden Scherenkräften gegenüber und fixieren ganz natürlich die gewünschte Position. In diesem natürlichen System kann ein Gewichthebergürtel noch weiter unterstützend wirken. Gerade innerhalb anspruchsvoller Bodybuilding-Extensions wie Kreuzheben und Kniebeugen, während der extrem hohe Gewichte in der vorgeneigten Position des Athleten korrekt und vollständig bewegt werden sollen, sind Gewichthebergürtel sinnvoll.
Neben der Stabilisierungsfunktion für die Wirbelsäule soll der verbreiterte Rückenbereich eines Hebergürtels die Überstreckung der Lendenwirbelsäule bei Überkopftraining mit schweren Gewichten verhindern. Besonders bei Übungen wie Frontdrücken und Nackendrücken mit bedeutenden Lasten ist das Tragen des Gürtels sinnvoll, um einer Überstreckung der Wirbelsäule oder gar Kontrollverlusten über die hohe Last entgegenzuwirken.


Der praktische Einsatz

Im Training mit hohen Gewichten bewähren sich Gewichthebergürtel als sinnvolle Stabilisierungshilfen. Diese Unterstützung gibt hart trainierenden Athleten die Möglichkeit, gewaltige Lasten korrekt bewältigen zu können. Ambitionierte Kraftsportler können die positiven Effekte der Gürtel ausnutzen, um die individuelle Kraft zu erhöhen und gute Muskelmasse aufzubauen. Als Faustformel gilt: Werden in Übungsserien Gewichte gewählt, die weniger als 5-mal korrekt bewältigt werden können, wird das Umlegen eines Gewichthebergürtels sinnvoll. Ermöglicht das ausgewählte Gewicht 6 und mehr Wiederholungen, sollte auf den Gürtel verzichtet werden. Denn Analysen haben gezeigt, dass Gewichthebergürtel nicht nur als Rückenstützen funktionieren, sondern auch die Muskelaktivitäten vermindern können. Grund dafür ist die entlastende Wirkung des Gürtels, sodass bei Weitem nicht genügend Trainingsreize auf die Bauch- und Rückenmuskulatur gesetzt werden, wenn verhältnismäßig leichte Lasten zum Einsatz kommen.
Demnach sollte ein Hebergürtel stets dann verwendet werden, wenn mit schweren Lasten positive Trainingswirkungen generiert werden sollen. Modeaccessoires sind die Gürtel nicht.
Übrigens: Gewichthebergürtel beugen sogenannten Leistenbrüchen keinesfalls vor. Die Leistenbrüche entstehen, wenn die Bauchdecke nicht stark genug ist. Dann ist sie nicht in der Lage, dem Bauchinnendruck standzuhalten, der beim Heben schwerer Gewichte entsteht. Aus der Wirkungsweise der Gürtel ergibt sich bei schwach ausgeprägter Rumpfmuskulatur eher eine Kontraproduktivität der Gürtel. Vielmehr ist gezieltes Aufbautraining anzuraten.


Ein Fazit

Gewichthebergürtel sind unterstützende Hilfen und Rückenstützen im korrekten Training mit bedeutenden Lasten. Eine durchtrainierte Rumpfmuskulatur vermag ein Hebergürtel nicht zu ersetzen. – Verfügbar sind Gewichthebergürtel in verstellbarer Form und aus unterschiedlichen Materialien. Die klassische Ausführung wird aus mindestens 4 mm dickem Kernleder gefertigt, die Rückenstütze ist 10 cm breit. Im vorderen Bereich haben die Gürtel eine Breite von 6 cm. Verschlossen wird der klassische Hebergürtel mit einer Ein- oder Zweidornschnalle. Daneben sind verschiedene Variationen verfügbar, beispielsweise 10 bis 13 mm dicke Powerliftergürtel, breitere oder schmalere Varianten speziell für das Bankdrücken oder auch mit gepolsterten Rückenteilen. Besonders reiß- und zugfest sind Gewichthebergürtel aus Kunstfasern wie Neopren oder Nylon, die stufenlos einstellbar und oft mit Klettbändern gesichert sind. Mit ihrer geschwungenen Form passen sich diese Hebergürtel besonders gut dem Körper des jeweiligen Trägers an.


 
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